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Chronik

 berichtet am 11. Dezember 1981

REHA-Verein

Ein Bindeglied zwischen Psychiatrie und Alltag

Der "Verein Obere Altstadt" unterstützt die Initiative

Die Arbeit, die man seit April dieses Jahres in den Räumlichkeiten in der Schwarzwaldstraße 81 leistet, ist nach Angaben der beiden hauptamtlich Tätigen seither von Erfolg gekrönt. Das Konzept, die Wiedereingliederung ehemals psychisch Kranker voranzutreiben durch Arbeiten in der Werkstatt, und Möglichkeiten, in Wohngruppen zu leben, hat sich nach dreivierteljähriger "Probezeit" als richtig erwiesen.

Wie so oft bei engagierter Tätigkeit abseits staatlicher Institutionen mangelt es dem gemeinnützigen "REHA-Verein", der sich ausschließlich aus (steuerlich absetzbaren) Spenden finanziert, an finanziellen Mitteln, die allerdings in den Adventswochen durch eine Initiative des "Vereins Obere Altstadt" der Freiburger Geschäftswelt etwas aufgebessert werden sollen.
Wie schon im letzten Jahr, als durch den Verkauf von Suppe in den Weihnachtswochen ein Notarztwagen angeschafft werden konnte, bemüht sich der Werbeverein der Freiburger Geschäftsleute durch Aktionen in Oberlinden und der Augustinerpassage zusammen mit dem "REHA-Verein" auf die Aktivitäten des Vereins aufmerksam zu machen und durch den Erlös aus der Weihnachtsaktion dem Verein unter die Arme zu greifen.
Der "REHA-Verein" versteht sich als Bindeglied zwischen Menschen, die aus psychiatrischen Anstalten entlassen werden, und dem Alltagsleben, in das sie letztendlich zurückfinden sollen.
Einer der Schwerpunkte der Arbeit sind die drei Wohngruppen mit jeweils fünf Bewohnern, in die die ehemals psychisch Kranken einziehen können, um in Kontakt mit anderen Klienten des Vereins und unter ständig abrufbereiter psychologischer Betreuung erste Schritte in die Wiedereingliederung zu unternehmen. Voraussetzung für die Aufnahme in eine solche Wohnung ist eine geregelte und regelmäßige Beschäftigung und die Tatsache, dass keine Suchterkrankung im Vordergrund der Behandlung stand. Und natürlich die Möglichkeit, überhaupt einen freien Platz in einer Wohngruppe zur Verfügung zu haben. Die sind nämlich Mangelware.
Der "REHA-Verein", der gegenüber der Vermietern für die Wohnung verantwortlich zeichnet, sucht nämlich nach den ersten guten Erfahrungen mit den Wohngruppen neue Räume für seine Klienten.
Der zweite Fuß, auf dem die Arbeit des Vereins steht, ist die Werkstatt in der Schwarzwaldstraße, in der den Klienten sinnvolle Arbeit angeboten wird, die nicht - wie oftmals unter ähnlichen Bedingungen üblich - von industriellen Normen und Terminen abhängig ist. Wichtiger als die Herstellung von Zivilschutzabzeichen und die fachgerechte Flecht-Reparatur von Stühlen ist allerdings der soziale Nutzen der Räume in der Schwarzwaldstraße. Hier bieten sich im Rahmen einer vorbereitenden Übergangslösung Angelpunkte für psychisch kranke Menschen in einer Umwelt, deren Umgangsformen nicht selten auch die Bedingungen für die Krankheiten erstellt haben.
loh

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