A  A+  A++
REHA-Verein Freiburg  |  Berliner Allee 11a  |  79110 Freiburg  |  Telefon 0761/ 38 65-0  |  Telefax 0761/ 38 65-100

Chronik


berichtet am 27. November 2007

Zwei StĂŒhle mit Symbolkraft

Die Schreinerei R'elan will Behinderte nicht an den Rand drÀngen / Einladung zum Dialog

Mit Symbolkraft: Die RiesenstĂŒhle des KĂŒnstlers Nikodemus Löffl (auf dem rechten Stuhl) machen auf die Schreinerei R'elan an der Denzlinger Straße aufmerksam. Auf dem linken Stuhl Schreinermeister Gerhard Glier, unten Barbara Bucher und Norbert Klein-Alstedde. (FOTO: SYLVIA-KARINA JAHN)

EMMENDINGEN (ja).
Zum Dialog und zum Nachdenken sollen die beiden riesigen StĂŒhle von Nikodemus Löffl einladen, die vor der Schreinerei R'elan an der Denzlinger Straße stehen. Denn die ist kein Betrieb wie jeder andere: Das Unternehmen beschĂ€ftigt auch psychisch Kranke. "Wir haben das Ziel, am Markt zu arbeiten, aber wir bilden eine Gegenbewegung zu der normalen Entwicklung, wo Behinderte an den Rand gedrĂ€ngt und nur versorgt werden", erklĂ€rt Norbert Klein-Alstedde, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des REHA-Vereins, der Hauptgesellschafter der Schreinerei ist. 25 bis 40 Prozent der ArbeitsplĂ€tze sind daher fĂŒr Schwerbehinderte reserviert. Von den sechs BeschĂ€ftigten derzeit sind zwei behindert, ebenso viele sollen im nĂ€chsten Jahr dazu kommen. "FrĂŒher wurden LeistungsschwĂ€chere gerade im Mittelstand immer noch mitgezogen", sagt Klein-Alstedde, "das wollen wir wieder tun. Wir signalisieren ihnen: Du wirst gebraucht. Wir schaffen Freiraum fĂŒr Gehandicapte, konkurrieren aber auch am Markt." Das Unternehmen hat mehrere Standbeine. Dazu gehört BĂŒhnenaufbau. So ist R'elan, wie Schreinermeister Gerhard Glier erklĂ€rt, nicht nur Partner des SĂŒdwestrundfunks etwa bei "Verstehen Sie Spaß", das Unternehmen baut fĂŒr Pro 7 "Stars auf dem Eis" und hat stĂ€ndig ein Team fĂŒr den Event-Bau im Europapark in Rust. Derzeit beteilige man sich an Ausschreibungen, um sich im Bereich der Schreinerei stĂ€rker zu etablieren. Da kommt der neue Hingucker von dem FirmengebĂ€ude gerade recht. Die beiden StĂŒhle sind eine Dauerleihgabe, die durch die Gesellschaft zur Förderung sozialer Initiativen ermöglicht wurde, erlĂ€utert deren GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Barbara Bucher.
Dass es hier um Menschen und Holz geht, sollen die StĂŒhle symbolisieren, so Nikodemus Löffl aus Wartenberg (östlich von MĂŒnchen). Die Skulptur besteht aus zwei StĂŒhlen, die im Dialog zueinander stehen. "Mir gefiel die Idee auf Anhieb", freut sich Klein-Alstedde, "weil die StĂŒhle schrĂ€g, versetzt sind. Auch bei unseren Leuten ist vieles verquer, nicht auf Anhieb verstehbar - es sind Leute, denen man den Stuhl vor die TĂŒr gesetzt hat."

ZurĂŒck zur Chronik